Podiumsdiskussion: Das versprechen sich Bauherren von der Digitalisierung der Baubranche

Für Bauherrn zahlt sich die Digitalisierung am Bau sofort aus. Allerdings müssen dazu die politischen Rahmenbedingungen stimmen und neben Planern, Ingenieuren und Architekten auch die ausführenden Handwerksbetriebe den Weg in die digitale Zukunft mitgehen. 
Professor Christian Glock, von der Technischen Universität Kaiserslautern, Martin Müller, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer (BAK) sowie René Hagemann-Miksits, Leiter des Geschäftsbereichs Technik und Technikpolitik beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) gingen unter der Moderation von Professor Rasso Steinmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von buildingSMART Deutschland der Frage nach, welche Wünsche und Erwartungen Bauherrn an die digitale Planung und Ausführung von Gebäuden haben. Schließlich erschließt ihnen die Digitalisierung am Bau unmittelbar gewaltige Sparpotenziale. Immerhin ermöglichen digitale Planungs- und Baumethoden, Gebäude fertigzustellen, ohne den Termin- und Kostenplan zu überziehen

Building Information Modeling - Game Changer in der Bauindustrie
„BIM ist der Game Changer, der das Bauen von einem analogen Handwerk zu einem digitalisierten, industriellen Prozess macht“, erklärte Professor Glock in seinem einleitenden Impulsvortrag. Allerdings müsse die Branche umdenken, um das Potenzial der Methode zu heben. „Die Entstehung dieses Mindsets ist das eigentliche Problem bei der Einführung von BIM, nicht die Installation neuer Hard- und Software“, so Glock. Doch der Wandel findet statt, beruhigte der Professor für Massivbau. Das belege die Gründung hunderter von Startups in den vergangenen Jahren. Sie bieten mit Hilfe der Digitalisierung neue Dienstleistungen für die Bauindustrie an.

Bauen ist ein Mannschaftssport
Martin Müller von der BAK wies zudem daraufhin, dass die Branche eine einheitliche Sprache finden müsse, um sich über digitale Planungs- und Bauprozesse zu unterhalten. „Nur so können wir die vielen kleinen Handwerksunternehmen am Bau mit in die digitale Zukunft nehmen“, erklärte Müller. Ohne diese Betriebe ginge es nicht. "Denn Bauen ist ein Mannschaftssport“, ist Müller überzeugt.

Die Politik steht in der Pflicht
René Hagermann vom HDB nahm auch die Politik in die Pflicht. „Nur wenn wir die Vorschriften in den Landesbauordnungen bundesweit vereinheitlichen, können wir die Erwartungen der Bauherrn erfüllen“, fordert Hagemann. Das regulatorische Dickicht werde sich dabei umso leichter lichten lassen, je schneller Steuerzahler erkennen, dass die öffentliche Hand mit Hilfe der Digitalisierung termingetreu und zugleich günstiger bauen kann.

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