Ergebnisse aus den Arbeitsräumen beim Abschlussplenum

Am Schlusstag des buildingSMART International Standards Summit berichteten die Leiter der verschiedenen Arbeitsräume ("Rooms") von buildingSMNART International über den Stand der Arbeiten und gaben einen Ausblick auf die künftigen Schwerpunkte.  

Leistungsfähigere Flughäfen durch Integration von BIM und GIS Wichtigste Aufgabe des Airport Rooms von buildingSMART International ist es derzeit, BIM, Geoinformationssysteme sowie die Wissensbestände aller am Flughafenbetrieb beteiligten Abteilungen so zu integrieren, dass die Leistung der Anlagen steigt, berichtete der Vorsitzende des Room, Alex Worp, bei seinem Abschlussvortrag.Kaum ein Bauwerk ist so komplex wie ein Flughafen. Für den Airport Room von buildingSMART International wird es daher immer wichtiger, Lösungen zu entwickeln, mit denen sich Daten aus einer Vielzahl von Quellen sowie unterschiedlichste Informationen in IFC abbilden lassen. Das erklärte der Vorsitzende des Rooms, Alex Worp, in seinem Vortrag am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf. Nicht weniger wichtig sei es, BIM- und Geoinformationssysteme (GIS) miteinander zu verbinden. Immerhin laufe 80 Prozent des Datenaustauschs auf Flughäfen über GIS. Erst die gelungene Integration von BIM, GIS und anderen Ontologien – also Wissensbereichen - erlaube es zudem sämtlichen Abteilungen eines Flughafens, Prozesse wie den Betrieb von Liften oder die Wegeplanung im Gebäude zu optimieren. Im September 2019 organisiert der Airport Room einen Hackathon. Dieser soll zeigen, dass nur strukturierte Informationen Flughafenbetreibern helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und ihre Leistung zu steigern.

Gemeinsam entscheiden
avid Ivey, Vorsitzender des Building Room bei buildingSMART International, gab in seinem Vortrag am Abschlusstag des Standards Summit in Düsseldorf einen Zwischenbericht über die Arbeit an einer auf drei Jahre angelegten Road Map. Er berichtete vom Stand der Arbeiten in Schlüsselprojekten, wie jenem der Arbeitsgruppe, die einen IFC-Standard für die Vorfertigung von Bauteilen erarbeitet. Ivey stellte außerdem vor, wie es der Building Room schafft, den Austausch zwischen seinen Mitgliedern so zu gestalten, dass diese Entscheidungen gemeinschaftlich treffen. „Wir wollen nicht, dass nur der Leitungssausschuss festlegt, was wir tun“, erklärte Ivey.

APIs – Schnittstellen der Zukunft
Ken Endo, Vorsitzender des Construction Rooms bei buildingSMART International hielt in seinem Vortrag am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit ein Plädoyer für Application Programming Interfaces, kurz APIs.APIs gehöre die Zukunft, so Ken Endo, Vorsitzender des Construction Rooms bei buildingSMART International. Da APIs Unternehmen den Austausch und die Kommunikation mit vielen Geschäftspartnern und Endkunden erleichtern, schaffen sie auch einen großen Markt für deren Produkte und Dienstleistungen und zusätzliche Wertschöpfung, schwärmte Endo. In anderen Branchen seien sie deshalb bereits weitverbreitet. Der Construction Room will APIs und IFC daher künftig intensiver zusammenbringen. Übrigens: Der Construction Room benannte sich auf dem buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf in Construction-Tech Room um.

BIM-Community arbeitet perfekt zusammen
Jeffrey Ouellette, Vorsitzender der Implementation Support Group, freute sich am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf darüber, dass Entwickler von BIM-Software immer enger zusammenarbeiten – zum Nutzen der gesamten Baubranche.buildingSMART macht vieles möglich, sogar die Zusammenarbeit erbitterter Wettbewerber. Dieses Fazit zog Jeffrey Ouellette, Vorsitzender der Implementation Support Group (ISG), als er am Abschlusstag über die Arbeit der ISG auf dem buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf berichtete. In der Arbeitsgruppe hatten sich zwei namhafte Softwarehersteller darauf verständigt, den Proof of Concept eines Mitglieds gemeinsam weiterzuentwickeln. Das Konzept beschreibt, wie sich BIM-snippets nutzen lassen, um IFC-Befehle zu erstellen und die Eigenschaften eines Objekts zu verändern. „Das zeigt, dass in der buildingSMART-Gemeinschaft auch Wettbewerber zum Nutzen der Baubranche zusammenarbeiten können“, freute sich Ouellette. Voll des Lobes war er auch dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen buildingSMART und den Softwareherstellern immer früher im Standardisierungsprozess klappt. „Das erlaubt den Herstellern, ihre Programme immer früher an die Anforderungen der Branche anzupassen“, so Ouellette. Er erklärte außerdem, dass die Zusammenarbeit der Entwickler von BIM-Software aus der buildingSMART-Community mit der Open Design Alliance immer enger werde. So seien zwei von drei Mitgliedern der Organisation, die das Toolset „Teigha“ für den Datenaustausch im CAD-Bereich entwickelt, an einem professionellen IFC-Toolkit interessiert. Abschließend stellte Ouellette die neue Webseite des Technical Room vor. Der Austausch von Planern, Architekten und Ingenieuren mit den Entwicklern soll darüberhinaus im Forum der buildingSMART-Webseite stattfinden.

IFC für den Brückenbau ist fertig
Tiina Perttula, Vorsitzende des Infrastructure Room bei buildingSMART International, gab am Abschlusstag einen Überblick über den Stand der Projekte in ihrem Arbeitsfeld. Besonders erfreulich: IFC für den Brückenbau ist nun so weit entwickelt, dass der Standard von buildingSMART International angenommen werden kann.Tiina Perttula, Vorsitzender des „Infrastructure-Room“bei buildingSMART International, gab am Abschlusstag einen Überblick über den Stand der Projekte im Infrastruktur-Bereich. So hat die zuständige Arbeitsgruppe IFC für den Brückenbau soweit entwickelt, dass der Standard nun von buildingSMART International angenommen und in der Praxis erprobt sowie Software danach zertifiziert werden kann. Perttula berichtete auch, dass die Arbeit an IFC für den Tunnelbau nun ein offizielles Projekt von buildingSMART International ist. Um die Arbeit an Standards zu beschleunigen, überarbeitet der Infrastructure Room auf einem Workshop im Juni 2019 zudem das „Common Schema“, nach dem er Projekt bearbeitet. Dabei sollen auch Ansätze gefunden werden, um die Zusammenarbeit mit anderen Rooms zu verbessern. Denn viele Projekte im Infrastruktur-Bereich greifen wie beispielsweise beim Eisenbahnbau auch in die Arbeitsfelder anderer Rooms aus. In Zukunft, so Perttula, könne sich der Infrastructure Room auch neuer Themenfelder wie BIM im Bereich der Versorgungswirtschaft oder neuer Geotechnik annehmen.

Volle Workload
Der „Product Room“ von buildingSMART International hat die Arbeit an zahlreichen auf den buildingSMART Summits in Paris und Tokyo beschlossenen Resolutionen erfolgreich vollendet. Die Arbeit ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende. Dieses Fazit zog der Vorsitzende des Rooms, Roger Grant, am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf.
Dem „Product Room“ von buildingSMART International geht die Arbeit in naher Zukunft sicher nicht aus. Das versicherte der Vorsitzende des Rooms, Roger Grant, in seinem Vortrag am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit. So haben sich der Room und die Nonprofit-Organisation GS1 in einer Absichtserklärung darauf verständigt, bei der Erstellung von Standards künftig enger zusammenzuarbeiten. GS1 erarbeitet die weltweit am häufigsten verwendeten Standard und Werkzeuge für die Kommunikation von Unternehmen untereinander – etwa den Barcode. Erste Ergebnisse der geplanten Workshops sollen im Sommer 2020 vorliegen. Grant berichtete außerdem von der intensiven Zusammenarbeit mit der International Organisation for Standardization, ISO und dem Europäischen Komitee für Normung, CEN, bei der Entwicklung von Templates für den Datenaustausch sowie der Bedeutung dieser Zusammenarbeit für die Arbeit am buildingSMART Data Dictionary. Ebenso bedeutsam ist derzeit der Versuch, Bezeichnungen für „Eigenschaften“ und „Objekte“ innerhalb von IFC standardisiert zu übersetzen. Bis kommenden Sommer will der Product Room eine Herangehensweise dafür gefunden haben, die den bSI-Standardisierungsprozess durchlaufen hat. Grant lobte vor allem den Beitrag, den buildingSMART Deutschland zu diesen Bemühungen leistet. Insgesamt, so Grant, habe sich der Product Room auf dem buildingSMART International Standards Summit in Düsseldorf zudem auf die Arbeit an zehn weiteren Aufgaben geeinigt.

Wachsende Nachfrage nach BIM-Zertifizierung
Das buildingSMART Professional Certification Programm stößt in Deutschland auf sehr großes Interesse. Noch in diesem Jahr soll das Programm in weiteren Ländern an den Start gehen. Sarah Merz, deutsche Vertreterin in der Arbeitsgruppe, die das Programm erarbeitet hat, stellte auf dem buildingSMART International Standards Summit den Stand des Projekts vor.Im Januar fand in Deutschland der erste Kurs auf Grundlage des Professional Certification Programms von buildingSMART International statt. Inzwischen haben sich fast 300 Personen danach zertifizieren lassen. Insgesamt erfüllen in Deutschland bislang bereits 22 Weiterbilder die Qualitätsanforderungen des Programms. Das berichtete Sarah Merz auf dem buildingSMART International Standards Summit. Merz vertritt buildingSMART Deutschland in der internationalen Arbeitsgruppe, die das Programm auf globaler Ebene ausgearbeitet hat. Noch in diesem Jahr finden auch in der Schweiz, Spanien, Italien, Österreich und Russland erste Kurse auf Grundlage des Programms statt. Im kommenden Jahr folgen Polen und Kanada. Damit hat buildingSMART auch in diesem wichtigen Bereich der Digitalisierung weltweit einen Standard entwickelt und etabliert.

Standardisierte Anwendungsfälle für alle
buildingSMART Switzerland stellte am Abschlusstag des buildingSMART International Standards Summit ein Projekt vor, das BIM-Anwendungsfälle sammelt und einheitlich dokumentiert. Dieses „Use Case Management“ will ein einheitliches Verständnis für das digitale Bauen und Planen sowie eine gemeinsame Sprache darüber verbreiten.Thomas Glättli von buildingSMART Switzerland stellte die Arbeit des Schweizer Chapters an einer „Use Case Management“-Plattform (UCM) vor. Auf Grundlage eines Memorandum of Understanding beteiligen sich daran auch die Chapter aus Österreich, Frankreich und Deutschland. Das UCM sammelt BIM-Anwendungsfälle auf einer cloudbasierten Plattform und bereitet diese Cases nach den Dokumentationsgrundsätzen von buildingSMART International und den Standards des Europäischen Komitees für Normung auf. Ein Use Case beschreibt, wer bei einem Projekt wann, welche Informationen in welcher Detaillierungstiefe und welchem Format zur Verfügung stellt. Die standardisierte Sammlung der Anwendungsfälle soll helfen, in der globalen Baubranche ein einheitliches Verständnis und eine gemeinsame Sprache für den Austausch über die Arbeit nach BIM sowie mit Virtuellen-Design-und-Konstruktions-Werkzeugen zu schaffen und zu verbreiten. Es soll Arbeitsprozesse bei BIM-Projekten vereinheitlichen. Bauherrn und –unternehmen sollen die Ziele leichter festlegen können, die sie mit BIM erreichen wollen. Außerdem hilft das Use Case Management, zu definieren, welche Funktionalitäten Anwendungen haben müssen, um die gesteckten Ziele erreichen zu können. Für Glättli steht fest: „Das Use Case Management sollte offizielles buildingSMART International Projekt werden. Die unter www.bdch.ch geschaffene Sammlung von Anwendungsfällen sollte die Plattform für alle Aktivitäten werden, bei denen buildingSMART Use Cases sammelt oder dokumentiert."

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